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Marokkanisch-Islamischer Kulturverein e.V.
 
Samstag 27.05.2017
Frühgebet
03:51
الفجر
Sonnenaufgang
05:25
الشروق
Mittagsgebet
13:23
الظهر
Nachm. Gebet
17:38
العصر
SU. Gebet
21:21
المغرب
Abendgebet
22:54
العشاء

Scheikh Mohammed Hashim

Die Freitagspredigt (خطبة الجمعة) findet um 14:00 Uhr statt

Das Frühgebet (صلاة الفجر) wird 15 Minuten nach der geplanten Uhrzeit verrichtet

Pressemitteilung vom 05.02.2017

Im Morgengrauen des 01.02.2017 hatte ein Großaufgebot der Polizei unsere Räume des Marokkanisch-Islamischen-Kulturvereins im Zuge einer landesweit, großangelegten Razzia gegen einen mutmaßlich, religionsmotivierten Terrorverdächtigen im Rhein Main Gebiet durchsucht. Hierbei verschafften sich die Polizeibeamten unter Gewalteinwirkung, Zugang zu allen Räumlichkeiten, wobei immenser Sachschaden verursacht wurde.
Nach mehrstündiger Durchsuchung aller Räumlichkeiten und Sicherstellung einiger Vereinsunterlagen sowie elektronischer Datenträger beendeten die Beamten die Razzia ohne erkennbaren Fahndungserfolg. Weder wurde die gesuchte Person angetroffen noch sonstige staatsgefährdende Dinge vorgefunden.
Wir bedauern das Vorgehen der Polizeibeamten sehr, die zahlreiche Türen und Einrichtungsgegenstände beschädigten, obwohl die Mitglieder der Moschee den Vollstreckungsbeamten ohne Weiteres Einlass gewährt hätten und eine Gewalteinwirkung nicht erforderlich gewesen wäre.
Wie man unserer Homepage entnehmen kann, sind wir ein Marokkanisch-Islamischer-Kulturverein mit Sitz in Frankfurt am Main. Seit Gründung im Jahre 1999 hat der Verein es sich zur Aufgabe gemacht, allen in Frankfurt Griesheim und Umgebung lebenden Muslimen eine gemeinschaftliche Ausübung der islamischen Kultur zu ermöglichen und ihnen Raum für soziale und kulturelle Bedürfnisse anzubieten. Alle unsere Aktivitäten zielen daraufhin unsere Religion und unsere Identität im Einklang mit der hiesigen Gesellschaft, verfassungskonform und ordnungsgemäß auszuüben.
Dass die Polizeibeamten bei der Durchsuchung unserer Moschee den Verdächtigen oder andere belastende Umstände nicht fanden, unser Verein dennoch an den medialen Pranger gestellt wird, zeigt unseres Erachtens leider, dass eine differenzierte Berichterstattung von Seiten der Medien nicht gelungen ist. Suggeriert wird dem Medienkonsumenten, dass die Festnahme im direkten Zusammenhang mit der Bilal-Moschee stand. Richtig ist jedoch, dass die Razzia in der Bilal-Moschee wegen des Verdächtigen erfolgte, wenngleich die Behörden durch seine Observierung hätten wissen müssen, dass er sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Bilal-Moschee aufhielt.
Für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass die Behörden unseren Vorstand vorab darüber informieren, wenn eine derartige Razzia geplant ist oder ein Gefährder als Besucher der Moschee vermutet wird. Unser Vorstand hätte die Polizeibehörden in diesen Fall selbstverständlich unterstützt.
Das Vorgehen ist umso bedauerlicher, da unser Vorstand bereits in der Vergangenheit das Bundeskriminalamt und den Verfassungsschutz darum bat, Personen zu benennen, die im Verdacht stehen, eine terroristische Vereinigung zu unterstützen. Dies wurde abgelehnt.
Der Marokkanisch-Islamischer-Kulturverein ist eine friedliche Gemeinde, die nichts zu verbergen hat.
Wie es für Gotteshäuser der Fall ist, steht die Bilal-Moschee jedem Betenden und Schutzsuchenden offen. Diese Offenheit für alle Menschen ist unseres Erachtens Auftrag und Voraussetzung für ein humanitäres, tolerantes und respektvolles Zusammenleben. Sie birgt jedoch auch stets das Risiko, dass Menschen in der Moschee erscheinen können, die keine friedlichen Absichten hegen. Derartige Besucher der Moschee sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen, sodass wir auch aus diesem Grund an die Behörden appellieren, mit uns künftig zusammenzuarbeiten. In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, dass sämtliche Vorstandsmitglieder ihren Aufgaben nur ehrenamtlich nachgehen. Auch aus diesem Grund mangelt es häufig bereits aus zeitlichen Gründen an der Möglichkeit, die Absichten und Intentionen eines jeden Besuchers der Moschee zu überprüfen.
Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Festnahme des Verdächtigen, über den derzeit in den Medien berichtet wurde, nicht in den Räumlichkeiten der Bilal-Moschee stattgefunden hat. Dies wird von den Medien leider nicht zum Anlass genommen, unseren Kulturverein von Vorwürfen zu entlasten. Im Gegenteil: Trotz positiver Kenntnis der Medien, dass es keine Anhaltspunkte für die Unterstützung von terroristischen Bestrebungen in unserer Moschee gibt, erfolgt eine Berichterstattung, die genau einen solchen Eindruck hervorruft.
Wir wünschen uns von den Vertretern der Medien, dass diese fair und ausgewogen berichten. Hierzu hätte unseres Erachtens sicher gehört, dass auf die Durchsuchung nur hingewiesen werden darf, wenn gleichzeitig mitgeteilt wird, dass die Polizei keinerlei Belastendes Material und insbesondere nicht die Person gefunden hat, nach der gefahndet wurde.
Der Appell und Wunsch der Bilal-Moschee ist es, dass die Behörden künftig mit dem Gemeindevorstand zusammenarbeiten und diesem mitteilen, welche Besucher der Moschee verdächtigt werden, damit wir auch in Zukunft unsere Offenheit für alle Menschen bewahren können. Die Bilal Moschee wird dann die erforderlichen Schritte einleiten, um die Gemeinde zu schützen.
Eine konstruktive Zusammenarbeit schützt uns alle und sollte daher auch im Interesse aller sein.


Marokkanisch-Islamischer-Kulturverein e.V.
Bilal-Moschee
Froschhäuser Str. 12
65933 Frankfurt
 
Marokkanisch-Islamischer Kulturverein e.V. | Froschhäuser Str.12 | 65933 Frankfurt am Main